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Jeans in der DDR

Jeans sind eine Einstellung und keine Hosen! Ulrich Plenzdorfs Werther sprach vielen DDR-Bürgern aus der Seele. Die Freizeithose galt jahrelang als Symbol des amerikanischen Klassenfeindes. Sie war Anlass für Schulverweise und politische Grundsatzdiskussionen, Erkennungsmerkmal für Beat-Fans und stand für Freiheit. Nach harten Auseinandersetzungen um diese Symbole der Unkultur in den 50ern und 60ern setzte in den pragmatischeren 70er Jahren die Produktion DDR-eigener Jeansmarken ein. Allerdings ging sie buchstäblich in die Hose: Nicht nur am Modegeschmack, sondern auch wegen Baumwollengpässen und schlechten Färbemitteln erhitzten sich die Gemüter. Trotz enormer Beschaffungsschwierigkeiten wollte sich in den 80er Jahren aber kein junger DDR-Bürger mehr ein Leben ohne Jeans vorstellen. So geriet ein einfaches Bekleidungsstück, eine Arbeitshose aus festem Stoff, unversehens zum Kultobjekt. Rebecca Menzel hat die ruhmreichen Abenteuer der Nietenhose in der DDR erforscht. Anhand zahlreicher Erlebnisse von DDR-Bürgern und der Auswertung von Akten über interne Querelen im Modeinstitut und sogar im Zentralkomitee der SED zeichnet sie ein besonderes Kapitel DDR-Geschichte anhand eines einzigen Kleidungsstücks nach.


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